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Der LahnLaender Weizenbier Test 2006
   

8. April 2006  -  Deutschland sucht das Superweizen! 

 

Nach den gerade über die Bühne gegangenen hessischen Kommunalwahlen, der aktuellen Kürung von Deutschland sucht den Superstar, der Oskarverleihung in Hollywood und vielen anderen der jährlichen Selbstbeweihräucherungen wurde bei den LahnLaendern wieder einmal die Weizenbierfrage gestellt. Während vorgenannte Veranstaltungen und deren Sieger in unserer schnelllebigen Zeit bei den meisten rasch auf der Müllhalde der Vergessenheit landen (oder erinnert sich etwa noch jemand an den Siegertitel und -interpreten des Grand Prix de la Chanson 2005!?), bildet das Ergebnis unseres Weizenbiertests 2006 geradezu die Basis des gesellschaftlichen Lebens der LahnLaender!  Denn der Sieger wird zum Pflichtgetränk auf jeder LahnLaender Veranstaltung innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Nachdem die bisherigen Tests immer im privaten Rahmen über die Bühne gingen, war klar das bei aktuell 88 Mitgliedern, von denen rund ein Viertel anwesend waren, eine geeignete Räumlichkeit gefunden werden musste. Holger Schmitt bot uns daher mit seiner Tennishallengaststätte den geeigneten Rahmen. Nacheinander wurden anonym 7 Sorten Weizenbiere den 16 sich zur Verfügung stellenden Weizenbierexperten durch unser designiertes Neumitglied Jens Gärtner serviert und die Kriterien Farbe, Schaumbildung, Geruch, Geschmack und Abgang bewertet. Schon traditionell bekommen bei dem Test die beiden bestplatzierten des letzen Tests von 2004 - in diesem Falle "Maisels" und "Andechser" eine erneute Chance zur Titelverteidgung. Das Testergebnis war überraschend, aber der Reihe nach: 

Waren die ersten beiden Testkandidaten in allen Kriterien doch eher flach im Auftritt, ging bei Nr.3 bei fast allen Testern eine wohlwollende Anerkennung durch die Reihen, Geschmack und vor allem die gleichmäßige Verteilung der Hefetrübung bestachen. Sollte das schon einer unserer alten Bekannten sein? Die Weizenbiere Nr. 4 und 5 sind dann eher wieder unauffällig, bis dann Prüfling Nr.6 mit einer ausgezeichnten Schaumkrone daherkommt, eine nicht so blasse Erscheinung hat und auch beste Geschmacksnoten erzielt. Zum Abschluß die Nr. 7, welche durch die dunkle, honigfarbene Erscheinung von den eingefleischten "Maisels" Trinkern gleich erkannt wird und damit mit einer Art von zusätzlichem Kanzlerbonus in die Bewertung geht.

Im Gegensatz zum letzten Test ließen sich die Tester in ihren Bewertungen dieses Mal wenig zu prosaisch beschreibenden Bemerkungen hinreißen. Interessanterweise tippten 3 Tester bei der lfd. Nr.1 auf das neue Licher Weizen, was auf eine gewisse Voreingenommenheit schließen lässt. Wurde dieses Bier doch auf der letzten Geburtstagfeier von Jörg und Jörn neben "Maisels" angeboten und wohl noch nicht für konkurrenzfähig erachtet. 

konzentrierte Arbeit, sei es an der Pizza oder bei dem Test 

 

Aber die Ergebnisse  sprechen eine andere Sprache, nach der Auswertung aller 16 Bewertungsbögen ergab es zum Erstaunenen, teilweise Entsetzen einzelner Jurymitglieder folgendes Bild:

 

Platz 7 mit Note 3,3   (also eine 3--)  für die lfd. Nr.1 "Weihenstephaner", eigentlich vernichtend für dieses renommierte und hochpreisige Gebräu. Das "Weihenstephaner"  fiel schon im Test durch eine miserable Schaumbildung auf, die aber objektiv betrachtet auch durch die Fähigkeiten des Einschenkers  hätte verursacht sein können. Aber die schlechten sensorischen Ergebnisse in Geschmack und Abgang mit jeweils 3,5 wären auch durch eine günstigere Bewertung in der Schaumbildung nicht mehr aufzuwiegen gewesen.  

 

Platz 6 mit Note 3,15  ( 3- )  für lfd. Nr.2 "Reichold", der neue Stern im Sortiment des Krofdorfer ICE Getränkemarktes konnte nicht überzeugen. Zumindestens kann man dem  "Reichold" eine gewisse  Ausgewogenheit bescheinigen, denn alle 5 Testkriterien sind durchgehend mit 3- bewertet. Wer sich also mit Mittelmaß begnügt hat zumindestens den Vorteil eines günstigen Preises mit unter 11 Euro/Kiste. 

 

Platz 5 mit Note 2,63 ( 3+)  für lfd. Nr.5 "Rother Bräu", trotz des für Triathleten klangvollen Namens bleibt auch dieser Exot von dem Tegut Markt und als Ökoweizen deklariert mittelmäßig. Erstens handelt es sich bei dem Herkunftsort um Roth in der Rhön nicht um das triathletische, fränkische Roth und zweitens was um Gottes Namen soll ein nach Deustchen Reinheitsgebot gebrauten, normalen Bier von einem Ökobier eigentlich unterscheiden?

 

Platz 4 mit Note 2,19 ( 2-)  für lfd. Nr.4 "Franziskaner", das ist dann eine echte Rehabilitation, denn "Franziskaner" hatte bei unserem allerersten Test einen vernichtenden letzen Platz und war daher jahrelang nicht gut gelitten. Dank an Martin und Ralf, dass sie vehement auf einen erneuten Test bestanden haben!

 

Platz 3 mit Note 2,11 ( 2-)  für lfd. Nr.3 "Andechser", trotz Platz 3 eine Bestätigung des Ergebnisses von vor zwei Jahren und vor allem wie zu erwarten Testsieger im Einzelkriterium Farbe mit 1,59. Eigentlich ein gutes Bier, aber außer der Farbe in den übrigen Testkriterien immer einen Tick zu schwach. 

     

Platz 2 mit Note 2,05 ( 2 )  für lfd. Nr.7 "Maisels", Bestnote mit 1,84 in der Schaumbildung und Konsistenz und zweitbester in der Farbe, aber das reicht nicht aus die 2- in den sensorischen Prüfungen aufzuwiegen. Eine Erfolgsstory mit den Testsiegen in 2002, in 2004 und den zahllosen Feten mit den blauen Würfeln hat ihr vorläufiges Ende gefunden.

 

Platz 1 mit Note 2,00 ( 2 )  für lfd. Nr.6 "Licher Weizen", Schock, Skandal, Sensation !? Das neue Licher, erst seit kurzem auf dem Markt und von vielen als etwas schwächlich abgetan, zeigt das lokale mittelhessische Gebräu dann plötzlich Siegerqualitäten.  In Anlehnung an die demnächst stattfindende Fussball WM könnte man geneigt sein zu sagen: "... ist halt eine Turnierbier!" Aber so einfach ist das nicht, denn in allen der sensorischen Kriterien, also Geruch (1,92), Geschmack (2,00)  und Abgang (2,22) gibt's die Bestnoten.

Damit steht für die nächsten beiden Jahre fest: Licher ist das Superweizen!  

 

Im Rahmenprogramm stellte uns Dirk Schmitt die bebilderten Eindrücke seiner letztjährigen Trekking Tour in Nepal und zum Mt. Everest Base Camp vor. In eindrucksvollen Bildern zeigte er uns die faszinierende Bergwelt des Himalaya, schilderte seine persönlichen Erfahrungen mit den Menschen in Nepal und vermittelte uns eine Ahnung welche körperlichen Probleme durch Sauerstoffmangel in 5600m Höhe und der bitteren Kälte trotz Äquatornähe zu meistern sind.    

  Die Testkandidaten                                                                                            Dirk bei seinem Vortrag

 

Resumee: "Licher Weizen" ist Testsieger 2006!  Die Zukunft ist grün und kommt aus dem Herzen der Natur.  "Maisels" bleibt knapp abgeschlagen auf Platz zwei - eben Sieger der Herzen!  Stellen wir es den Veranstaltern zukünftiger Feten frei, welches Getränk sie uns anbieten werden. Ich bin überzeugt wir werden neben den grünen auch noch regelmäßig blaue Würfel zu sehen und zum Ausleeren bekommen. 

 

Das Gesamtranking über die letzten Jahre sieht damit wie folgt aus:

 

 

Testjahr

2006 2004 2002 2000
Rang Sorte Mittelwert        
1 Maisels 1,98 2,05 1,81 2,00  
2 Licher 2,00 2,00      
3 Andechser 2,03 2,11 1,86    
4 Schöfferhofer 2,04   2,12 2,01 2,00
5 Kapuziner 2,22   2,22    
6 Paulaner 2,29   2,79 2,20 1,88
7 Hacker 2,61   2,61    
8 Rother  2,63 2,63      
9 Erdinger 2,71     2,71  

10 Schneider 2,79     2,79  
11 Franziskaner 2,81 2,19     4,06
12 Reichold 3,15 3,15      
13 Giessener 3,31       3,31
14 Weihenstephan 3,31 3,31      
15 Luitpold 3,36     3,78 2,94
16 Germania 3,56       3,56