Home

Der LahnLaender Weizenbier Contest 2002
   

(el) Nach langer Vorbereitung  haben wir endlich am Sonntag 28.4.2002  den diesjährigen Weizenbier Contest hinter uns gebracht. Neben den drei Erstplazierten aus dem letzten Test vom 18.12.2000,  den Marken Paulaner (Platz 1 mit Note 1,88), Schöfferhofer (Platz 2 mit 2,00) und Prinzregent Luitpold (Platz 3 mit 2,94), waren da noch Maisels Weizen, Schneider Weisse und Erdinger Weissbier im Test.

Während des Aufwärmtrainings wurde auch noch die eine oder andere Flasche "Flensburger Weizen" zur Sensibilisierung der Geschmacksnerven verbraucht. Aber alles ausser Konkurrenz, denn was soll man schon von einem Weizen halten, daß a) aus einer der nördlichsten Städte der Republik stammt und das man b) ohne Erstickungsanfälle direkt aus der Flasche mit dem charakteristischen Bügelverschluß trinken kann?

Diesesmal waren mit Gastgeber Michael Willig sowie Karsten Rauber, Stefan Schiek, Norbert Kern, Marc Hofmann und Eberhard Lepper wieder erfahrene Weizenbierttester in der Jury. Die Ergebnisse der Blindverkostung ergaben jedoch wieder überraschende Beurteilungen. Hier einige Details der Einzelurteile der Jury, die zwar in der Benotung stark unterschiedliche Maßstäbe anlegte,  jedoch in der beschreibenden Beurteilung und in der Ansprache sehr deutliche Gemeinsamkeiten aufwies:

 

So konnte Prinzregent Luitpold, zuletzt noch auf Platz 3 gelegen, wegen seines kohlensäurelastigen Geschmacksbildes und des umkippenden Geruchs von lau auf später ammoniakähnlich wirklich nicht überzeugen.
Auch Paulaner, zuletzt eindeutig auf Platz 1, hatte zwar grundsätzlich eine gute Bewertung, aber aufgrund der doch sehr kritischen Bewertung von Marc Hofmann war eine erfolgreiche Titelverteidigung nicht möglich.
Ein weiteres bekanntes Weizenbier, Erdinger, fiel bei allen Testern durch seinen flachen, weizenuntypischen Geschmack deutlich aus dem Rahmen und wurde nur mittelmäßig bewertet.
Ebenso erging es der Schneider Weisse, im Geschmacksbild noch Mittelklasse, wurde es besonders durch mangelnde Schaumkonsistenz zusätzlich abgewertet.
Ein echte Überraschung dann Maisels Weisse, vom würzigen Geschmackseindruck, über den milden, neutralen Geruch und der edlen Farbe, durchweg sehr gute Bewertungen. An diesem Hefeweizen kommt man in 2002 nicht vorbei!
Und dann noch Schöfferhofer. Als einziges nichtbayrisches Bier im Test wirklich ein Phänomen. Samtiger, ausgewogener Geschmack, dezenter Geruch und die honigfarbene Erscheinung reichten auch in diesem Jahr zu einem Spitzenplatz. Ausserdem prickelt es ja auch so wunderbar im Bauchnabel!

Hier die Zusammenfassung der Benotungen (in Klammern die letzte Bewertung von 2000):

1. Maisels                       2,00               (----)
2. Schöfferhofer            2,01              (2,00)
3. Paulaner                    2,20              (1,88)
4. Erdinger                    2,71               (----)
5. Schneider Weisse     2,79               (----)
6. Luitpold                     3,78               (2,94)

Weitere Einzelergebnisse:

Spitzenreiter in Schaumbildung und-Stabilität:   Schöfferhofer mit 1,75
Spitzenreiter in der Farbe:   Schöfferhofer und Maisels Kopf an Kopf mit 1,42
Geruch und Geschmack:   eindeutig Maisels mit jeweils 1,92.
Nachgeschmacksieger:   Paulaner zur Ehrenrettung mit 2,25

Zu guter Letzt noch einige Anmerkungen zur Bewertung selbst. Gegenüber der letzten Blindverkostung hatte jeder Tester die gleiche ihm unbekannte Probe zur Verfügung. Also in einem großen Weizenglas, welche gemeinsam verkostet wurde. Die Auswertung hatte in diesem Jahr erstmalig eine Gewichtung, sodaß der Geschmack zu 30%, Geruch, Schaum und Nachgeschmack je 20% und die Farbe zu 10% in das Gesamturteil einging. Trotzdem sind die Ergebnisse von dem ersten Test zum diesjährigen repräsentativ vergleichbar, eine Gegenrechnung mit linearer Gewichtung erbrachte das exakt gleiche Ranking der Wettbewerbsbiere.

Weiterhin wurde der nachmittag/abend ausgiebig dazu genutzt, an schon lange Zeit ausstehende Wetten zu erinnern, bzw. auch übermütig neue abzuschließen. Wettkönig ist wie immer Karsten Rauber, der noch immer per Rennrad mit 75km/h die Königsberger Abfahrt herunterrasen möchte, um dann anschließend auf den Burghof vom Gleiberg 
zu radeln ohne aus dem Sattel zu gehen. Ersteres bekam er nun (vernünftigerweise) hochoffiziell von seiner Frau verboten, letzteres ist noch zu überprüfen: Fazit beide Kisten Bier sind uns sicher!
Dann ging es zusätzlich um drei Kisten Bier, gewettet zwischen Karsten Rauber und Jörg Fiedler. Karsten behauptet die drei Pilssorten, Licher, Giessener und Krombacher am Geschmack und Erscheinung zu erkennen:

Auch diese drei Kisten sind uns sicher (von wem auch immer)!

Ebenfalls konnten wir nun endlich die Neuseelandreise von Michael Willig per Diashow revuepassieren lassen, immer orts-, sach und fachkundig von Marc "Kiwi" Hofmann kommentiert. Ein schönes Land mit grandioser Natur und viel Funsport. Leider etwas weit weg. Wer mehr hierzu wissen will siehe neuseeland.de oder purenz.com

 

Hier muß nun zwangsläufig der Eindruck entstehen, als ob wir den ganzen Tag nur gefaulenzt und uns der sinnlosen Völlerei hingegeben hätten. Dem ist mitnichten so, zumindest für einen Teil (Michael W.,Norbert K. und Eberhard L.) von uns. Waren wir doch zum diesjährigen Auftakt der Langdistanztrainingseinheiten noch vor dem "event" Weizenbiertest noch kurz auf den Dünsberg gelaufen. Start war gegen 13:00 Uhr. Nachdem es zuerst so schien, daß es halbwegs trocken bleiben würde, mussten wir uns doch einer andauernden Durchnässung durch Regen und teilweise stürmische Böen aussetzen. Aber das bringt einen LahnLaender nicht um!  Nach zügigem Lauf durchs Schwarzbachtal, über Königsberg und Eberstein erreichten wir nach 1:23 den Gipfel, um nach kurzer Pause in der Raststätte sofort den Rückweg anzutreten, der ungefähr die gleiche Zeit in Anspruch nehmen sollte. Eine wirklich gute Trainingseinheit für den kommenden Greifenstein Berglauf.  Und dann demnächst mal wieder als "Drei Türme Tour".  Daß wir uns bei dem Dünsberg, wie auch in Waldgirmes auf geschichtsträchtigem Boden befinden ist hinreichend bekannt und es hiess wohl auch  schon vor 2000 Jahren "Es kann nur Einen geben!" Germanen, Kelten, Römer ?