Rennbericht 5.LahnLaender 1999
5. LahnLaender
Es kann nur Einen geben !
home
zurueck
Datum: 07.08.1999
Zeit: 16:55 - 17:49 Uhr

Ort: GOW/Europabad Wetzlar, 400 m Bahn
Wetter: 27 °C, heiter bis wolkig, schwül, windig

Teilnehmer:
Hilgert, Günter
Hilgert, Karin
Hofmann, Marc
Jung, Stefan
Kern, Martin
Lepper, Chris
Lepper, Eberhard
Muthreich, Marcus 
Rauber, Karsten
Rühl, Jürgen
Scheithauer, Erik
Schiek, Stephan
Strauß, Thorsten
Tertel, Jürgen
Wagner, Matthias
Wagner, Martin
Willig, Michael

Plazierung: 
1. Wagner, Matthias 31 Runden 54:08
2. Willig, Michael 30 Runden 54:08
3. Strauß, Thorsten 27 Runden 48:10 
4. Hofmann, Marc 26 Runden 45:57
5. Lepper, Eberhard 25 Runden 45:47
6. Schiek, Stephan 18 Runden 32:48
7. Lepper, Chris 15 Runden 27:09 
8. Tertel, Jürgen 14 Runden 25:14
9. Hilgert, Günter 14 Runden 25:07
10. Rauber, Karsten 14 Runden 24:42
11. Wagner, Martin 13 Runden 24:23
12. Rühl, Jürgen 12 Runden 23:04
13. Hilgert, Karin 08 Runden 16:25
14. Muthreich, Marcus 08 Runden 16:04
15. Jung, Stefan 08 Runden 16:01
16. Scheithauer, Eric 07 Runden 14:43
17. Kern, Martin 04 Runden 10:50 
 

zurueck
 
zurueck
Rennverlauf:


Am Start der fünften Auflage des Lahnländers konnte mit 17 Teilnehmern ein neuer Teilnehmerrekord vermeldet werden. Für 7 Teilnehmer war es die Premiere beim Lahnländer, darunter auch Topfavorit Matthias Wagner. Alle waren gespannt, ob es ihm gelingen würde, den viermaligen Sieger Marc Hofmann diesmal zu bezwingen. Auch anderen Teilnehmern wie Eberhard Lepper, der nach den Plätzen 6, 4, 3 und 2 nun Ansprüche auf den 1. Platz erhob oder Langstreckler Michael Willig oder Günter Hilgert, der im Vorjahr eine starke Vorstellung lieferte, war der Sieg zuzutrauen. Besondere Erwähnung bedarf auch der Start der ersten Frau Karin Hilgert. Vielleicht ist dies ja der Anfang einer starken Frauenkonkurrenz, was seitens der Veranstalter absolut begrüßt würde.

Das Rennen begann recht langsam, so daß das Feld in den ersten Runden zusammen blieb. Anscheinend hatte in diesem Jahr keiner vor, das Rennen von der Spitze zu gestalten. Das schwüle Wetter hielt sicher auch den ein oder anderen von zu hohem Anfangstempo ab. Damit der Stab dennoch einem Führenden übergeben werden konnte, wurde innerhalb der vorne liegenden Läufergruppe kurz diskutiert. Die Wahl fiel auf Eberhard Lepper, der in den folgenden Runden dann auch das Rennen bestimmte. 

In der 5. Runde, in der Zeit von 10:50, erwischte es als ersten Martin Kern, der sich erst 24 Stunden vor Start dem Abenteuer Lahnländer stellte. Er gab auf, wahrscheinlich um größere körperliche Schäden zu vermeiden. Für das nächste Jahr sind 4 gelaufene Runden sicher noch steigerungsfähig! Zu dieser Zeit fragten sich viele Teilnehmer und auch die zahlreichen Zuschauer: wo ist Wagner? Sollte er zu schwer an seiner Favoritenrolle tragen? 

Ab der 6. Runde waren die Spekulationen beendet, Matthias Wagner gab Gas! Zügig marschierte er durchs Feld und übernahm in der 7. Runde nach 13 min den Staffelstab. Eine größere Gruppe mit allen hoch gehandelten Teilnehmern sowie dem vorher wenig bekannten, aber sehr stark laufenden Thorsten Strauß blieb dran. Bereits in der 8. Runde gab es den ersten Grund zu feiern: Eric Scheithauer schied mit persönlicher Runden-, Zeit- und Plazierungsbestleistung aus. Eine Runde später fielen gleich drei weiter LäuferInnen der ersten Tempoverschärfung von Matthias Wagner zu Opfer. Kurz nacheinander schieden Stefan Jung, Macus Muthreich und Karin Hilgert aus.

Nun ließ es der führende Matthias Wagner wieder ruhiger angehen, einige Runden blieb es bei den ein Dutzend im Feld verbliebenen Läufern. Es war Zeit, um per Wasserbecher Kräfte zu tanken und sich Gedanken zum weiteren Rennverlauf zu machen: Würde Marc Hofmann kontern? Macht Eberhard Lepper wieder eine Pinkelpause? Wer pokert und wer ist wirklich fertig? Die nächsten Runden würden es zeigen.

In der 13. Runde verschärfte Matthias Wagner das Tempo wieder, 7 Läufer lagen wie auf dem Präsentierteller vor ihm, sie schienen dem Ausscheiden geweiht zu sein. Aber er hatte einen der 7 unterschätzt, doch dazu später mehr. In der 12. Runde war Jürgen Rühl mit guter Premierenleistung nach 23 min fällig, nur kurz vor dem schon lahnländererfahrenen Martin Wagner, der in der Runde darauf ein Opfer seines Namensvetters wurde. In Runde 15 erwischte es Karsten Rauber, Günter Hilgert und Jürgen Tertel, die sich zwar heftig wehrten, aber dem unwiderstehlichen Antritt von Matthias Wagner einfach nichts entgegenzusetzen hatten. Besser machte es da schon Chris Lepper, der sich immerhin in die 16. Runde rettete. Nun war nur noch Stephan Schiek direkt vor dem Führenden und alle Zuschauer sahen es kommen, auch er würde in kurzer Zeit überrundet werden. Doch nun begann der große Zweikampf Stephan gegen Matthias. Wie ein Löwe (oder besser eine Gazelle), unter dem begeisterten Beifall der Zuschauer, begann Stephan Schiek zu fighten. Runde um Runde hielt er tapfer dagegen, bevor auch er in der 19. Runde vom Topfavorit geschluckt wurde. 

In der Zwischenzeit hatte sich eine Gruppe um den Titelverteidiger Marc Hofmann gebildet, die die Verfolgung des alleine mit etwa einer halben Runde führenden Matthias Wagner aufnahm. Alle, die schon öfter den Lahnländer gesehen haben, erlebten in der 21. Runde eine Überraschung, den nicht der Titelverteidiger, sondern der bärenstark laufende Thorsten Strauß gab mächtig Gas und ließ Eberhard Lepper, Michael Willig und Marc Hofmann stehen. Die Fans von Marc Hofmann mußten mit entsetzen feststellen, daß ihr Liebling, der bisher als unschlagbar geltende viermalige LahnLaender nun schlecht aussah. War es der zu geringe Abstand zur Kirmes oder der Trainigsrückstand aufgrund der DownUnder-Tour, oder blöffte er vielleicht nur? 

Mit weiteren Tempowechseln und Rundenzeiten zwischen 90 und 120 sec machte Matthias Wagner nun alle noch vor ihm liegenden Läufer mürbe. Mit einer Durchgangszeit von 44:22 ließ er die 10 km hinter sich. Noch bevor Eberhard Lepper seine 10 km voll bekam, erlag auch er nach einigen langsameren Runden einer erneuten Tempoverschärfung von Matthias Wagner. Diese ungeheure Ausdauer des Führenden ließ sogar seine lila gefärbten Haare erblassen. Kurz darauf, in der 27. Runde war auch der Titelverteidiger Marc Hofmann am Ende seiner Kräfte und auch sein sonst so unbändiger Wille konnte ihn nicht mehr weiter tragen. So schied er kurz nach der 10 km Marke aus. 

Wer sollte nun der letzte Moikaner werden: Kann Thorsten Strauß seine Vorstellung krönen oder profitiert Michael Willig von seinen Ultra-Erfahrungen? Zunächst sah es so aus, als könne Thorsten Strauß seine Schnelligkeit ausspielen und Michael Willig hinter sich lassen. Doch in der 28. Runde bekam er plötzlich große Probleme. Gepeinigt von Schmerzen im Rücken und starkem Seitenstechen mußte er an zweiter Stelle liegend aufgeben. Die Bahn war nun frei für Michael Willig, der, wie er später zu Protokoll gab, ob seiner starken Leistung den Staffelstab in der kommenden Nacht unter das Kopfkissen legen will, um seinen wohlverdienten Schlaf besonders zu genießen. Doch auch er konnte Matthias Wagner nicht aufhalten und durfte in der 31. Runde nach 54 min die Segel streichen.

Alle Zuschauer und Teilnehmer hatten ein denkwürdiges Rennen mit einem neuen Sieger gesehen. So konnte der Titelverteidiger Marc Hofmann das Lahnländertrikot diesmal an Matthias Wagner überreichen. Den Ausgang des 5. Lahnländers kommentierte seine Frau Antje übrigens mit den Worten: "Endlich hat er mal ein Rennen gewonnen!" Ob er es im nächsten Jahr wiederholen kann werden wir sehen. Er hat mit seiner starken Leistung auf jeden Fall die Latte für den 6. Lahnländer schon mal sehr hoch gehängt. Es wird einige sicher zu einer höheren Trainigsleistung anspornen, den auch nächstes Jahr heißt es wieder: 

Es kann nur EINEN geben!