Rennbericht 4.LahnLaender 1998
4. LahnLaender
Es kann nur Einen geben !
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Datum: 22.08.1998
Zeit: 18:10-19:43

Ort: Lahninsel Naunheim, 400 m Bahn
Wetter: 18 °C, bewölkt, Schauer, windig

Teilnehmer:
Hilgert, Günter
Hofmann, Marc
Jung, Stefan
Jung, Christoph
Lepper, Chris
Lepper, Eberhard
Rauber, Karsten
Scheithauer, Erik
Schiek, Stephan
Willig, Michael

Plazierung:
1. Hofmann, Marc 50 Runden 1:33:20
2. Hilgert, Günter 50 Runden 1.33:20
3. Willig, Michael 49 Runden 1:33:01 
4. Lepper, Eberhard 48 Runden 1:31.10
5. Lepper,Chris 33 Runden 1:03:08
6. Rauber, Karsten 29 Runden 0:55:29 
7. Schiek, Stephan 27 Runden 0:50:23
8. Jung, Christoph 13 Runden 0:24.40
9. Jung, Stefan 11 Runden 0:20:16
10. Scheithauer, Erik 05 Runden 0:08:43
 

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Rennverlauf:
Endlich ein Lahnländer in der richtigen Umgebung! Auf der Lahninsel in Naunheim gingen wir an den Start eines vielleicht historischen Rennens. 

Mit 10 Teilnehmern konnte die vierte Auflage des Lahnländers leider nicht ganz den Teilnehmerrekord von 1997 erreichen. Einige ließen sich sicher vom schlechten Wetter abhalten, für andere lag der Termin am Samstag ungünstig. Trotzdem feierten gleich 3 Teilnehmer ihre Premiere beim Lahnländer. Mit Günter Hilgert, Stefan Jung und Christoph Jung kam für die anderen Läufer eine schwer einzuschätzende Truppe dazu. Trotz der schwierigen Bedingungen mit Wind und Regenschauern ging es unter lauter Musikberieselung gleich zügig los. Wie der Blitz fegte Erik Scheithauer durch die erste Runde. Entgegen seiner ursprünglichen Absicht, mehr als 6 Runden durchzustehen, legte er los, um den Stab zu ergattern. Der ebenfalls schnell angegangene Marathoni ohne Form Karsten Rauber mußte verdutzt klein bei geben. Aber schon in der zweiten Runde konnte Karsten Rauber die Spitze übernehmen. In der fünften Runde war Erik Scheithauer fällig, der wegen seinem hohen Anfangstempo nie seinen Rhythmus fand. Kurz darauf entwickelte sich ein Zweikampf mit mehrfachem Stabwechsel zwischen dem selbsternannten Favoriten Eberhard Lepper und Karsten Rauber. Dieser sollte in der achten Runde jäh unterbrochen werden. Gerade als Karsten Rauber wieder mit einer Attacke von Eberhard Lepper rechnete, er spürte schon seinen Atem im Nacken, bog dieser am Südkurvenausgang geradewegs in die Büsche ab und gönnte sich tatsächlich eine Pinkelpause!

In den folgenden Runden konnte Karsten Rauber alleine mit etwa 30 m Vorsprung vor dem Feld seine Runden drehen. In der elften Runde war auch die Zeit für den bis dahin gut unterwegs gewesenen Stefan Jung gekommen. Er sollte der letzte Teilnehmer auf dem Konto von Karsten Rauber bleiben. Bereits seit der zehnten Runde war der bärenstarke Günter Hilgert auf den Führenden aufgelaufen, doch in der dreizehnten Runde übernahm Ultramarathoni und Mitfavorit Michael Willig die Spitze, die er auch lange Zeit verteidigte. Karsten Rauber wurde nun nach hinten durchgereicht und auch für den starken Neuling Christoph Jung war die Zeit beim Lahnländer abgelaufen. Erschöpft wurde er in der 13 Runde ein Opfer von Michael Willig. Chris Lepper lief in der Zwischenzeit sehr stark und schloß auf die Führenden Michael Willig und Günter Hilgert auf. Unter den Zuschauern wurde schon gefachsimpelt, ob seine Verlobte Monika ihn ohne sein Wissen gedopt hatte, oder ob einfach die Verpflegung in Atzbach nun besser war. Alle (außer Monika) waren sich endgültig einig, daß Chris Lepper gedopt war, als er in der 20. Runde sogar für kurze Zeit die Spitze übernahm, um sie aber gleich wieder an Michael Willig abzugeben. 

Die 10 Km Durchgangszeit von 42 min ließ für die noch im Rennen befindlichen Läufer nichts Gutes erahnen. In einem noch nie dagewesenen Tempo ging das Rennen in seine zweite Hälfte. Nach hartem Kampf mit dem immer noch führenden Michael Willig erwischte es in der 26. Runde auch den erfahrenen Clubix-Läufer Stephan Schiek. Kurz darauf nach weiteren Zwischenspurts mußte auch Karsten Rauber in der 29. Runde erschöpft aufgeben. 

In der 30. Runde mußte Ultramarathoni Michael Willig seinen Zwischenspurts Tribut zollen und gab die Führung an den immer schneller werdenden Günter Hilgert ab, der dann auch in der 33. Runde den 10 Jahres Marathonläufer Chris Lepper überrundete, der trotz seines Ausscheidens bewies, daß er im Oktober einen Marathon laufen kann (und nebenbei damit auch die Dopinggerüchte verstummen ließ). 

Nun waren nur noch die Favoriten unter sich. In der 37. Runde übernahm Eberhard Lepper die Spitze von Günter Hilgert, nachdem er sich anscheinend wieder von seiner Pinkelpause erholt hatte. Auch Marc Hofmann ging vorbei. Im weiteren Verlauf fällt Michael Willig weiter zurück, das Führungtrio blieb aber zusammen. Dann kam der Antritt von Titelverteidiger Marc Hofmann. In der 41. Runde übernahm er die Führung und schafte sofort 30-40m Vorsprung. Die Verfolgung blieb dem Duo Günter Hilgert und Eberhard Lepper vorbehalten. 

Marc Hofmann baut seinen Vorsprung weiter aus, das englische Wetter scheint ihm nach seinem Londonaufenthalt Vorteile zu bringen. In der 45. Runde kann Günter Hilgert Eberhard Lepper abschütteln. Dann begann die Endphase ab der 47. Runde bei einsetzendem Regen und starkem Wind. Marc Hofmann treibt die Meute vor sich her, als nächster ist Eberhard Lepper in der 48. Runde fällig und mußte seine Siegträume für 1998 begraben. Schlag auf Schlag ging es bei strömendem Regen weiter. In der 49.Runde kam auch die Zeit für Michael Willig, der trotz seiner Ultraläufe erneut keine Steherqualitäten zeigte. Als in der 50. Runde, mit der sagenhaften Zeit von 1 Stunde und 33 Minuten auch Günter Hilgert geschlagen war, mußten alle Teilnehmer und Zuschauer bestätigen, daß der neue Lahnländer 1998 Marc Hofmann ein echter Siegertyp ist. Mit seinem schon vorab angekündigten unbändigen Siegeswillen schaffte er es nun schon zum 4. Mal, trotz seines beträchtlichen Trainingsrückstandes, allen zu zeigen: 

Es kann nur EINEN geben!