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 LahnLaender 2003

   

and

am Samstag , den 28. Juni 2003

auf der Leichathletikanlage im Sportpark Lahnau in Dorlar

Abstand

Start  16:15

Ende 17:48

 

Wetter: schwülwarm 27 °C, heiter bis wolkig, mäßiger Wind, zeitweise ganz leichter Regen

abstand

 

Ergebnisliste

 

Platz

Start Nr.

Name

 

Zeit

Runden

eliminiert

Nickname

1

002

Kern

Norbert

01:32:54

53

 

Ray Garraty

2

001

Weber

Werner

01:32:54

52

Norbert

Aaronson

3

016

Kalakhi

Younes

01:32:38

52

Norbert

King

4

003

Rauber

Karsten

00:59:08

31

Younes

Art Baker

5

031

Hofmann

Marc

00:59:04

31

Younes

Namaste

6

007

Rauber

Conrad

00:51:24

27

Younes

Curley

7

019

Förster

Ottmar

00:51:23

27

Younes

Harkness

8

015

Pohl

Stefan

00:50:00

26

Younes

Stephen

9

004

Fiedler

Jörg

00:45:45

23

Younes

George Fiedler

10

008

Weller

Torsten

00:45:36

23

Younes

Davidson

11

034

Gilbert

Tim

00:45:34

23

Younes

Percy

12

005

Willig

Michael

00:43:57

22

Younes

Ultra

13

032

Pirker

Jörn

00:43:46

21

Younes

Joe

14

038

Brückmann

Tobias

00:43:30

21

Younes

Bridge

15

050

Fabrizio

Franco

00:43:13

21

Younes

Bill Hough

16

045

Gerhardt

Andreas

00:42:43

21

Younes

Anderson

17

012

Lepper

Eberhard

00:42:20

21

Younes

Fenter

18

049

Schiek

Stefan

00:42:10

20

Younes

Chicken

19

033

Lepper

Chris

00:42:06

20

Younes

Mike

20

060

Lüdemann

Karl-Heinz

00:41:30

20

Younes

Larson

21

026

Druschel

Kai

00:40:45

19

Younes

Wyatt

22

054

Martis

Manfred

00:40:40

19

Younes

Jensen

23

036

Döring

Dr. Heinz-Peter

00:38:52

18

Younes

Doc

24

062

Hengst

Axel

00:38:41

18

Younes

Milligan

25

017

Drescher

Jochen

00:37:52

18

Younes

Abraham

26

061

Wagner

Martin

00:36:58

17

Younes

Pete McVries

27

009

Koch

Erich

00:36:55

17

Younes

Ewing

28

014

Alt

Herger

00:36:11

16

Younes

Bachmann

29

086

Jung

Stefan

00:35:31

16

Younes

Scramm

30

047

Henrich

Holger

00:35:23

16

Younes

Henry

31

024

Brückmann

Kathrin

00:34:58

16

Younes

Cathy

32

013

Peschke

Franz

00:34:05

16

Younes

Richard

33

011

Scheithauer

Erik

00:33:59

16

Younes

James Baker

34

018

Preuschoff

Dr. Klaus-Jürgen

00:33:49

16

Younes

Luther

35

010

Götz

Rainer

00:29:18

12

pacer

Freaky d'Alessio

 

Rennverlauf:

Welch ein Beginn des 9. LahnLaenders! Vor der prächtigen Kulisse von über 100 Zuschauern, mit neuem Rekord von 35 Teilnehmern und verschont von den angekündigten Gewittern stand ein denkwürdiges Rennen bevor. Über das illustre Teilnehmerfeld, darunter die Topfavoriten Norbert Kern und Werner Weber, wurde bereits vor dem Start heftigst diskutiert. Oder würde Spitzenklasse-Mittelstreckler Younes Kalakhi um den Sieg mitlaufen können oder vielleicht sogar einer der anderen, den LahnLaendern bisher unbekannten Marathonis, wie KarlHeinz Lüdemann oder Thorsten Weller? Wie stark war das “Team Buderus“ Kai Druschel und Stefan Pohl? Wie viele Männer würde die einzige Frau im Feld Kathrin Brückmann hinter sich lassen? Fragen über Fragen, die in den kommenden 1 ½ Stunden beantwortet wurden.  

 
 

Nach dem Startschuss bewegte sich das Feld, angeführt von Pace-Maker Philip Gath und Kameramann Pankratius Kern, zunächst locker durch die ersten Runden. Norbert Kern, Eberhard Lepper und Peter Döring nutzten die Gelegenheit und erleichterten sich noch auf der von den Zuschauern am weitesten entfernten Bahnecke. Karsten Rauber bewies wieder mal, dass man Sachen, die man nicht im Kopf hat, dann halt in den Beinen haben muss und schaltete erst in der zweiten Runde die Videokamera am Bahnrand ein, um sie dann wieder ein paar Runden später auch noch vor dem kurz einsetzenden leichten Regen zu retten.

Im Feld war noch Zeit für das eine oder andere Schwätzchen und auch lockere Sprüche durften nicht fehlen. Die erste Tempoverschärfung nach 4 Runden gingen noch alle mit, bei der zweiten Verschärfung nach 8 Runden, begann sich das Feld auseinander zuziehen. Kathrin Brückmann bekam erste Probleme mit den Socken, die ihr in den Schuh gerutscht waren und nun heftig scheuerten. Das zurechtrücken am Bahnrand, mit anschließendem Spurt, um wieder Anschluss ans Feld zu bekommen, ging schon ganz schön in Kathrins schnelle Beine.

 
In den folgenden Runden war es wichtig, sich nicht zu sehr vom Feld treiben zu lassen, sondern jeder musste sein Tempo finden. Rainer Götz ließ sich geschickt zurückfallen, um sein persönliches Ziel, eine zweistellige Rundenzahl zu überstehen, nicht zu gefährden. Nach der 3. Verschärfung in Runde 13 kam das Fahrrad dann aber wie Express hinter Rainer her und eliminierte ihn als ersten Läufer. Erschöpft, aber mit der Leistung zurecht zufrieden, durfte er den Applaus der Zuschauer genießen und auch sein Ziel für das nächste Jahr war schon formuliert: Beim 10. LL wird er nicht mehr als Erster überrundet!
   
Die Favoriten reihten sich nun hinter dem Pace-Maker-Fahrrad ein und am Ende des Feldes mühten sich einige Teilnehmer, die Fahrrad-Phase noch zu überstehen. Unglaublichen Kampfgeist bewiesen dabei der mit 65 Jahren älteste Teilnehmer im Feld Dr. Klaus-Jürgen Preuschoff und Erik Scheithauer. Letzterer gab noch mal richtig Gas, um dem nahenden Rad zu entfliehen, da ging ausgerechnet in diesem Moment dem vor ihm liegenden Dr. Klaus-Jürgen Preuschoff der Schnürsenkel auf. Anstatt aber, wie es wohl fast jeder gemacht hätte, sich damit abzufinden und langsam und vorsichtig auf die Überrundung zu warten, zog er kurzerhand den offenen Schuh aus und kämpfte mit einem Schuh weiter! Runde 17 war gekommen und nach 33:36 min ging Philip Gath mit dem Pace-Maker-Fahrrad raus und die Stunde von Younes Kalakhi war gekommen, der sich sogleich den Stab schnappte. Nicht nur die Stunde von Younes war gekommen, sondern für einige Teilnehmer hatte schon bald auch das letzte Renn-Stündlein geschlagen. Younes legte Zeiten von deutlich unter 4 min pro Kilometer hin und so ging es Schlag auf Schlag.
  Erik erkannte seine Schuh-Chance und zog im letzten Moment noch an Dr. Klaus-Jürgen Preuschoff vorbei. Direkt nach den beiden wurde Franz Peschke überrundet, sein verletzungsbedingter Trainingsrückstand war ihm doch noch anzumerken. Kathrin Brückmann genoss noch ein letztes Mal den Applaus und die Anfeuerung der Zuschauer, dann war auch sie in Runde 17 geschlagen. Jubelnd, ob ihrer starken Leistung, schied sie aus. Kathrin zeigte allen, dass sie ein ähnlich großes Talent wie Younes besitzt. Sollte es nächstes Jahr, wie derzeit diskutiert, einen eigenen LahnLaender (einen für Frauen besser passenden Namenstitel suchen wir noch, wer eine Idee hat, bitte melden) für Frauen geben, gehört Kathrin ganz sicher zu den Topfavoritinnen.
  Ebenfalls noch in Runde 17 erwischte es auch Holger Henrich, der seinen 30. Platz bei der abendlichen Fete als Ansporn nahm und für das nächste Jahr eine Platzierung unter den ersten 15 ankündigte. Nun machte Younes Jagd auf einen alten LahnLaender-Hasen, Stefan Jung, der wieder gut im Training ist, lag direkt vor ihm. Nur wenige Sekunden später war der Hase erlegt und Younes hatte nun zwei nach eigenen Aussagen lieber ruhig laufende Teilnehmer vor sich. Herger Alt und Erich Koch straften aber mit starker Leistung ihre eigenen Aussagen Lügen! Zugegeben, nimmt man das Tempo von Younes als Messlatte, läuft wohl fast jeder eher ruhig. In den Runden 17 bis 24 sollten insgesamt Sage und Schreibe 26 Läufer diesem Tempo erliegen. Younes lief sogar schneller, als unsere Rennprotokollantinnen schreiben konnten. Sie hatten ihre liebe Müh und Not, den Verlauf für die Geschichtsbücher festzuhalten. Nach Herger und Erich war in Runde 18 auch für Martin Wagner das Rennen zu Ende. Nachdem er in den letzten 2 Jahren nicht am LahnLaender teilnehmen konnte, war er diesmal ein ähnlich starkes Rennen wie im Jahr 2000 gelaufen, als er sogar den 5. Platz errang. 

Hinter Younes formierten sich die Verfolger, Titelverteidiger Norbert Kern und der Vorjahreszweite Werner Weber bildeten die erste Gruppe, etwa 50 m dahinter zeigte sich der viermalige LahnLaender (Rekordtitelträger) Marc “Namaste“ Hofmann. War seine starke Leistung noch auf sein Höhentraining in Nepal zurückzuführen oder lag es sogar an seinem nepalesischen Zaubertrank, den er uns dann abends an der Grillhütte servierte? Weitere 50 m dahinter mühte sich Karsten Rauber seinen Wettgegner Jörg Fiedler und seinen Namensvetter Conrad Rauber abzuschütteln.

In Runde 19 musste Jochen Drescher erkennen, dass auch sein Fußballer-Heimvorteil nicht ausreicht, um Younes auf Distanz zu halten. Es half ihm nicht, dass er in Dorlar mit jedem Kunstrasenhalm per Du ist. Aber als Fußballer gestandenen Marathonis so lange Paroli geboten zu haben, ist schon aller Ehren wert. LahnLaender-Urgestein (aber immer noch kein Mitglied im Verein, skandalös! ;-) ) Axel Hengst musste ja im letzten Jahr wegen seiner Blinddarm-OP pausieren. Hielt er sich deshalb im Rennen an Doc Döring oder war es einfach sein Tempo? Der Schreiber kann die Frage nicht beantworten. Jedenfalls erwischte es beide dann auch noch in Runde 19. Ab sofort durften dann also auch alle anderen ihren Kreislaufkollaps erleiden, ohne dass Peter Döring direkt aus dem Rennen gehen müsste. Glücklicherweise hielten aber alle 35 Teilnehmer fast ohne Probleme durch. Auch der Anfang des Jahres lange an einer Verletzung laborierende Manfred Martis lag auffällig dicht bei Doc Döring, also irgendwas muss an der Doktor-Theorie dran sein! Ging er sicherheitshalber direkt nach Peter aus dem Rennen? Nun ja, auch der stark gelaufene, nur 5 sec später ausscheidende, Triathlet Kai Druschel war erst diese Woche beim Arzt, um sich den Ischias behandeln zu lassen. Die Doktor-Theorie stimmt!!! Der Schreiber dieser Zeilen wird sie im nächsten Jahr verifizieren.
 

Zurück zu den gesunden Startern. Der erst vor einem Jahr zum Ausdauersport gekommene Karl-Heinz Lüdemann und der bereits in diesem Jahr den hügeligen Ruhr-Marathon von Bochum nach Dortmund erfolgreich unter 4 h absolviert hat, belegte bei seiner ersten LL-Teilnahme einen hervorragenden 20. Platz und konnte sich bis zur 21. Runde halten. Ebenfalls noch in dieser Runde erwischte es Chris Lepper und Stephan “Chicken“ Schiek. Stephan schaffte sein persönliches Ziel, indem er Chris und Axel hinter sich ließ, obwohl er, durch den schweren Sturz beim Inlineskaten vor wenigen Wochen, sich nicht optimal vorbereiten konnte.

An der Spitze machte Younes Kalakhi weiter die Pace. Als erster Verfolger war Norbert Kern ca. 150 m hinter ihm, gefolgt von Werner Weber, der noch mal 20 m weiter hinten lief. Um Platz 4 entbrannte nun ein harter Kampf über 10 Runden zwischen Marc Hofmann und Karsten Rauber, der gejagt vom bärenstarken Conrad Rauber (der mit 17 Jahren jüngste Teilnehmer), sich an Marc herangekämpft hatte. Im Mittelfeld war die Zeit für den LL2000, Eberhard Lepper gekommen. Wie selbst von ihm formuliert, musste sich der “ältere ergraute Herr“ der schnellen Jugend beugen und konnte nicht, wie anno 2000 zur Aufholjagd blasen.

Ein klasse Rennen machte Andreas Gerhardt, dessen Formanstieg nach einem Jahr bei den LahnLaendern schon fast beängstigend ist. Wir sind gespannt, wie weit die Platzierungsreise in den kommenden Monaten noch nach oben geht. Eingerahmt von den erfahrenen Marathonis Eberhard Lepper und (dem die LahnLaender am Vorabend wie immer gut mit Pasta versorgenden) Franco Fabrizio war für die drei in der 22. Runde Schluss.

Dass die Plätze im vorderen Drittel bei solch einem starken Feld nur mit einer Top-Leistung zu erringen sind, versteht sich von selbst. Dennoch, so manch außergewöhnlich positive Überraschung lag noch vor den im Rennen verbliebenen Teilnehmern. Stark lief Tobias Brückmann, der seine Leistung von Krofdorf bestätigte. Tobias musste sich nur knapp dem in letzter Zeit sehr trainingsfleißigen Jörn Pirker geschlagen geben, der damit schnellster Teilnehmer mit Heimvorteil wurde. Für beide war das Rennen in Runde 22 zu Ende. In Runde 23 konnte dann auch “Ultra-Marathoni“ Michael Willig der angeschlagenen Pace von Younes Kalakhi nichts mehr entgegen setzen. Nach den eher schlechten Resultaten der Vorjahre war er aber sehr zufrieden, hatte er doch allen gezeigt, dass häufiges mit Hund und Frauchen Gassi gehen der Form nicht abträglich ist ;-).

 

Die Runde der positiven Überraschungen geht nahtlos weiter. Tim Gilbert steigerte sich, obwohl in letzter Zeit nur beim Radtraining, durch kontrollierte Renneinteilung (taktisch vielleicht die beste Leistung des Rennens), gegenüber seinem ersten Wettkampf in Krofdorf und schaffte es bis zur 24. Runde. Mit dieser Leistung kann er beruhigt seinen ersten schnellen Triathlon planen. Ebenso beruhigt kann Thorsten Weller seinem ersten Marathon im Herbst entgegensehen. Seine Leistung beim LL2003 lässt eine Klassezeit unter 3:30 h erwarten. In der 24. Runde war für Thorsten direkt hinter Jörg Fiedler liegend, der ja genau diese Zeiten derzeit läuft, das Rennen beendet. Dass der Vorjahresdritte Jörg Fiedler dann auch in der 24. Runde passen musste, beruhigte vor allem den Schreiber dieser Zeilen, denn wegen der stark gestiegenen Mitgliederzahl könnte die laufende Sportwette, um eine Wettkampfniederlage in diesem Jahr, recht teuer werden. Schließlich geht es um alle Getränke bei der diesjährigen Kärrnche-Tour!

Der 4. Platz beim LL1997 stand bisher für Handballer und Multisporttalent Stefan Pohl als LL-Bestleistung zu Buche. Sein 8. Platz in diesem Jahr ist aber wegen der gewachsenen Konkurrenz sicher noch höher zu bewerten. Er schaffte es immerhin, einem Spitzeklasse-Athleten wie Younes Kalakhi 10 Runden lang Paroli zu bieten.
 
Im Rennen waren nun noch 7 Teilnehmer. Erbittert fighteten Ottmar Förster und Conrad Rauber um den sechsten Rang. Getrieben von Younes schaffte es Conrad gerade noch, in der 28. Runde an Ottmar vorbei zu ziehen. Ottmar, der seine guten Leistungen der letzten Wochen bestätigte, konnte ebenso zufrieden sein, wie Conrad, der Entdeckung des Rennens! Gäbe es beim LL ebenso wie bei der Tour de France ein weißes Trikot für den besten Jungprofi, Conrad hätte es verdient. Nun waren ausnahmslos erfahrene Renn-Cracks noch im Feld. Marc Hofmann hatte sein Ziel, unter die ersten 5 zu kommen, schon erreicht, Karsten Rauber, sich vor Marc zu platzieren, noch nicht. Die beiden versuchten mit ständigen Attacken den jeweils anderen abzuschütteln. Dies war vor allem für Karsten wichtig, denn Marc ist im Spurt einfach schneller. 20 m Vorsprung mussten es schon sein. Beide hatten mit Tempoflextraining in den letzten Wochen genau das Richtige für diese Rennsituation trainiert. Entsprechend hartnäckig war Marc, der sich einfach nicht abschütteln ließ. Wenigstens Younes kam nur noch langsam näher, so dass für Karsten noch Zeit blieb, nach mehreren Platzwechseln mit Marc, sich doch noch einen kleinen Vorsprung herauszulaufen. Die Kilometerzeiten lagen immer noch im Bereich von 4 min.
 

Ab der 30. Runde gab Younes noch einmal Gas und in der 32. Runde kam es zum erwarteten Spurt um Platz 4. Durch den kleinen erarbeiteten Vorsprung schaffte es Karsten Rauber gerade noch, Marc Hofmann auf Distanz zu halten. Völlig ausgepumpt und erschöpft durften Marc und Karsten nun auch zuschauen. Drei Klasse-Läufer waren noch dabei, Younes Kalakhi lag ca. 50 m vor Norbert Kern, der wiederum ca. 80 m Vorsprung auf Werner Weber hatte. Die zahlreichen Zuschauer gingen begeistert mit. Jeder Läufer, der durch die Westkurve kam, wurde mit Beifall und Zurufen weiter nach vorn getrieben. Welch ein Spektakel!

 
  In Runde 35 ging Norbert Kern an die Spitze. Nun setzte sich wohl die Marathonerfahrung gegen den Mittelstreckenspeed durch. Alles sah nach einer erfolgreichen Titelverteidigung von Norbert aus. Würde Younes noch einmal zurück kommen oder kann Werner an seinen Erfolg vom Weiltal anknüpfen, als er über die Marathondistanz die 3 h knackte und 6 min schneller als Norbert war? Wie schnell man im LL Probleme bekommen kann, musste auch Younes leidvoll erkennen, als er mit starken Bauchschmerzen Meter um Meter auf Norbert verlor. In Runde 38 lag er 50 m hinter Norbert und 100 m vor Werner, der ebenfalls etwas langsamer wurde, wenn man bei Zeiten von 4 min pro km überhaupt von langsam reden darf. Die Stärke der Bauchschmerzen von Younes ließ sich in den folgenden Runden an seinen Zeiten ablesen. In Runde 40 war wieder bis auf 30 m an Norbert ran und hatte 150 m Vorsprung auf Werner. Nur zwei Runden später waren es schon wieder 80 m auf Norbert und immer noch 150 m vor Werner. Trotz heftiger werdenden Beschwerden kämpfte Younes weiter. Aus diesem Holz sind LahnLaender geschnitzt!
 

In Runde 45 hatte sich Norbert 200 m Vorsprung auf Younes erkämpft und Werner war bis auf 30 m an Younes ran. In der 48. Runde übernahm Werner den zweiten Platz und zog gleich einige Meter davon, während Norbert vorne seinen Vorsprung Runde um Runde um jeweils 5 sec ausbaute. Die 20 km Marke passierte Norbert in einer Wahnsinnszeit (in Anbetracht der 6,6 gebremsten km) von 1:29:16 h. 300 m hinter ihm hatte sich Younes wieder an Werner herangekämpft um dann innerhalb von 2 Runden wieder 80 m auf Werner zu verlieren. Norbert war nun in Schlagdistanz und Younes spürte bereits seinen Atem. Younes packte noch einmal sein Kämpferherz aus und gab Gas. Innerhalb weniger Meter liefen die beiden auch noch zu Werner auf. Würde Werner noch mal dagegenhalten können oder übernahm sich Norbert mit diesem Speed von wieder deutlich unter 4 min pro km? Nein, Werner konnte zwar die letzte Attacke von Younes noch bravourös abwehren, aber Norbert ließ sich den LL2003 nicht mehr aus der Hand nehmen. In Runde 53 überholte er zuerst Younes und kurz darauf Werner.

Nach 1:32:54 h war die Schlacht geschlagen, mit Norbert Kern haben wir einen alten und neuen LahnLaender, der den AS LahnLaender Lahnau e.V. bei den kommenden Wettkämpfen sicher würdig vertreten wird. Auch seinem zweiten Saisonziel, den Marathon unter 3 h zu laufen, kann er locker entgegensehen. Unter tosendem Beifall der begeisterten Zuschauer nahm er die Glückwünsche und das Sieger-Shirt entgegen.

 
 

Ein Novum gab es noch im Anschluss an das Rennen, gesponsort von Dieter Zimmermann, im Auftrag der Fa. Schwa-Medico Advantage, konnten wir eine kleine Verlosung unter allen Teilnehmern machen, bei der als Hauptpreis ein Muskelstimulator von Schwa-Medico als Hauptpreis zu gewinnen war. Daneben gab es noch den Finderlohn von 3 Flaschen italienischem Wein und einige kleinere Geschenke der Telekom und von Maisels einen Spielzeuglaster zum Sammeln. Glückskind Jan Parisek hatte ein wirklich außergewöhnliches Händchen, denn der ital. Wein ging an den einzigen Italiener im Feld Franco Fabrizio und der Muskelstimulator ausgerechnet an unseren Medizinmann Dr. Heinz-Peter Döring!                               

Im heißesten Juni seit Menschen Gedenken, erlebten wir den heißesten LahnLaender aller Zeiten. Was für ein denkwürdiger Tag! In Ulm, vor 15.000 begeisterten Zuschauern gewinnt Dieter Baumann seinen 40. Titel als Deutscher Meister über 5000 m und im Sportpark Lahnau verteidigt Norbert Kern, vor noch mehr begeisterten 150 Zuschauern (für die letzten 34 hatte er ja selbst gesorgt), seinen Titel als LahnLaender und beweist im doppelten Sinn:

Es kann nur EINEN geben!