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Der Sieger

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 LahnLaender 2002

   

and

am Samstag , den 22. Juni 2002

auf der Leichathletikanlage im Sportpark Lahnau in Dorlar

Abstand

Start  16:05

Ende 16:34

 

Wetter: 26 °C, heiter bis wolkig, mäßiger Wind

abstand

 
Teilnehmer

"Todesmarsch" Nickname

Startnummer
Daniel, Christoph  Harold Quince 074
Döring, Peter  Hank Olson     070
Fabrizio, Franco Ewing     009
Fiedler, Jörg George Fiedler 011
Förster, Ottmar Jensen 054
Gerhardt, Andreas Aaronson  001
Jung, Stefan Larson 060
Kern, Norbert   Bill Hough  050
Koch, Erich   Davidson   008
Kuhn, Christoph Rank 079
Lepper, Chris Art Baker 004
Lepper, Eberhard Gary Barkovitch  005
Martis, Manfred Ray Garraty  047
Pirker, Jörn    Pearson 073  
Plefka, Michael Scramm 085  
Rauber, Karsten        Trench 045  
Rühl, Jürgen Percy 031
Scheithauer, Erik  Curley   007  
Strauss, Thorsten Bobby Sledge   087
Weber, Werner      Milligan 062  
Willig, Michael Harkness  049  

 

Rennverlauf:  

(kr) Zum 8. Lahnlaender, erstmals unter der Vereinsregie des AS Lahnlaender Lahnau e.V., waren alle gespannt, wie viele Teilnehmer an den Start gehen würden. Trotz des Ausfalls einiger fester LahnLaender-Größen, wie z.B. Marc Hofmann (Hochzeitsfeier, 7x), Stephan Schiek (Urlaub, 6x), Axel Hengst (Blinddarmdurchbruch 4x), Markus Muthreich (Klassenfahrt, 3x), Martin Wagner (Familienfeier, 3x) und Titelverteidiger Matthias Wagner (Hochzeitsfeier, 2x) konnte mit 21 Teilnehmern ein neuer Rekord aufgestellt werden.

Bereits im Vorfeld wurde heftig über die Aufteilung der Favoritenrolle gefachsimpelt. Norbert Kern als Vorjahreszweiter galt allgemein als Topfavorit. Aber auch der in den letzten Volksläufen  sehr starke Ottmar Förster wurde ebenso wie Top-Marathoni Franco Fabrizio hoch gehandelt. Alle neuen, bis dato unbekannten Gesichter, oder sollte man besser sagen Beine und Schuhe, wurden genauestens begutachtet und Werner Weber wurde deshalb ebenfalls zugetraut, ein Wörtchen über den 8. LahnLaender-Titel mitzureden. Aber warum sollte es nicht ein Rennen voller Überraschungen werden, schließlich gab es davon bei der laufenden Fußball-WM schon eine ganze Menge. Zumindest vor bösen Überraschungen waren wir bestens geschützt, den unser Medizinmann Dr. Peter Döring hatte sein kleines Notfallbesteck dabei.

Fast Pünktlich um 16:05 Uhr fiel der Startschuss zu einem denkwürdigen Rennen. Alle erwarteten einen langen, vielleicht über 2 h dauernden Kampf um das erstmals mit dem offiziellen Logo bedruckte Lahnlaender T-Shirt. Das Wetter mit Temperaturen um die 25 °C Marke, kaum Wind und abwechselnd Sonne und Wolken war perfekt.  

 
 

Alle Läufer, bis auf einen, gingen es langsam an. Werner Weber machte sofort mächtig Dampf und zeigte, dass er von der Mittelstrecke kommt, was seine Schuhe bereits verrieten. Im Nu hatte er 100 m Vorsprung auf die ersten Verfolger, was diese doch einigermaßen schockte! Auch die Zuschauer rieben sich die Augen. Einen solch furiosen Start hatte es noch nie gegeben.

Die ersten Verfolger Karsten Rauber, Jörg Fiedler und Norbert Kern berieten sofort die weitere Taktik. Jörg Fiedler und Norbert Kern setzten auf die Länge. Speziell Norbert Kern war sich einer Sache sehr sicher und schien auf einen Einbruch auf die Distanz zu spekulieren.  

 

Als ersten erwischte es Erik Scheithauer, der sich wieder einmal tapfer über die Runden kämpfte, aber dieses enorme Tempo einfach nicht mitgehen konnte. In der 4. Runde war nach 4:23 min Schluss. Danach gab es die erste größere Lücke und Jürgen Rühl kämpfte mit Stefan Jung um die weiteren Plätze. Stefan Jung konnte sich trotz Bandscheibenvorfall etwas absetzen. Das er trotzdem an den Start ging, zeigt seinen großen Kampfgeist, den er im nächsten Jahr dann hoffentlich ohne Verletzung in eine gute Platzierung umsetzen kann. Und so kam es, dass Jürgen Rühl, der wohl noch etwas Trainingsrückstand hat, knapp vor ihm in der 5. Runde ausschied.

Inzwischen hatte sich Werner Weber bereits eine halbe Runde abgesetzt. Dahinter formierte sich bald eine Gruppe um Norbert Kern, die wohl auf einen ähnlichen Rennverlauf wie vor 2 Jahren spekulierte, als Eberhard Lepper den Führenden Michael Willig niederkämpfte. Dabei waren mit Jörg Fiedler, Franco Fabrizio und Ottmar Förster weitere Kandidaten auf den Sieg.  

 

Jörg Fiedler schien im Moment besser in Form, als die Aktien seines Arbeitgebers Telekom. An der Börse würde er wohl als “out performer“ eingestuft. Die Analysten unter den zahlreichen Zuschauern stuften aber als “must buy“ wohl im Moment nur Werner Weber ein, der weiter ein irres Tempo machte.

Als nächstes erwischte es Micheal Plefka, der kurz vor dem Ende der 5. Runde überholt wurde. Er kann trotzdem beruhigt in die Zukunft sehen, den bei regelmäßigem Training spricht sein Alter eindeutig für ihn, so dass er in den nächsten Jahren noch genügend Gelegenheiten haben wird, den LahnLaender-Titel zu erlaufen. Die Zeit für die beiden folgenden Erich Koch und Peter Döring ist da schon knapper bemessen. Aber auch für diese beiden ist trotz ihres Ausscheidens in der 5. bzw. 7. Runde in den nächsten Jahren noch alles drin. Man beachte hier die Entwicklung von Eberhard Lepper, der in ähnlichem Alter und mit ähnlicher Leistung 1995 anfing und 2000 dann den Millenium-LahnLaender gewann (alles nachzulesen in den älteren Rennberichten).

In der 7. Runde fiel dann die Entscheidung der 1. Lahnauer Christoph-Meisterschaft. Beide gaben, bereits den Atem von Werner Weber spürend, noch einmal alles. Doch Christoph Kuhn musste sich trotz grandioser Aufholjagd den längeren Schritten von Christoph Daniel geschlagen geben. Apropos längere Schritte. Andreas Gerhardt, der kurz darauf ebenfalls noch in der 7. Runde die Segel streichen musste, beginnt wohl langsam zu ahnen, welches enorme Potential in seiner Gesamtlänge von 1,98 m steckt. Als frisches Mitglied im AS Lahnlaender Lahnau e.V. sind wir gespannt, was er da noch alles raushaut!

In der 8. Runde erwischte es dann Jörn Pirker, der seinen Heimvorteil in diesem Jahr noch nicht ganz nutzen konnte. Doch den in den Gesprächen nach seinem Ausscheiden in der 8. Runde spürbaren Kampfgeist wird er bestimmt in weiteres Training umsetzen, so dass wir ihn vielleicht schon im nächsten Jahr deutlich weiter vorne erwarten können. Kurz nach ihm war dann auch für Manfred Martis schon alles gelaufen, der dennoch mit seinem Abschneiden bei seiner ersten LahnLaender-Teilnahme sehr zufrieden sein konnte.

Nun waren nach gerade mal 11 min noch 10 Läufer im Rennen. Neben dem weiter aufs Tempo drückenden Werner Weber und dem an 4. Stelle liegenden Ottmar Förster, die beide zum ersten mal mitliefen, waren die anderen 8 bereits erfahrene LahnLaender-Teilnehmer. Die Musik dröhnte weiter aus den Lautsprechern. Doch zum einheizen brauchte sie keiner mehr, denn diesen Part hatte Werner Weber übernommen. Einzig Norbert Kern schien das Tempo nun einigermaßen halten zu können.

In der 9. Runde war es dann auch für den wie immer stark laufenden Chris Lepper und den wieder im Training befindlichen Karsten Rauber so weit. Nun bereute es Karsten Rauber, dass er diese Woche nicht bei Franco essen war, den dieser lief ihm wohl aufgrund ausreichender Versorgung mit besten Nudelgerichten Meter um Meter davon. Doch auch beste Pasta kann gegen ein Höllentempo nichts ausrichten. Und so blieb auch Franco Fabrizio, trotz seiner deutlichen Steigerung gegenüber dem letzten Jahr, in der 9. Runde nur die Einsicht: Tempotraining ist angesagt - was er sich bereits direkt nach dem Rennen zum festen Vorsatz nahm.

Nun hatte Werner Weber Michael Willig vor sich. Gespannt hielten die Zuschauer den Atem an: War da Schaum vor dem Mund von Michael Willig zu sehen? Kam dieser aus dem Magen? Oder waren es die Reste des letzten Weizenbieres oder schäumte er gar vor Wut über seine eigene Leistung? Michael war wie immer Willig, konnte dies aber wie so oft nicht in Leistung umsetzen. Was macht er bloß falsch? Jedes Jahr das gleiche Trauerspiel. Der Schreiber fragt sich ernsthaft, ob er wegen der anschließend geplanten Weizenbierorgie auf sein sonst übliches Doping verzichtet?!?

Jetzt ging das Rennen in seine Entscheidung. Vorne zog Werner Weber seine Runden. Norbert Kern konnte aber an zweiter Stelle liegend seit 2-3 Runden den Abstand von 200 m halten. Noch mal 100 m hinter ihm folgten Jörg Fiedler, Ottmar Förster und Thorsten Strauss. Eberhard Lepper wurde als sechster bereits von Werner Weber vor sich her getrieben. In unglaublich schnellen 17:30 min ging es über die 5000 m Marke.   

 

In der 13. Runde musste auch der LL 2000 Eberhard Lepper einpacken. Auch das Laufen in den ausgelatschten Siegerschuhen von damals, sein extra gemixter Zaubertrank und die bereits am Morgen angekündigte seelische und moralische Einstellung auf Sieg halfen ihm nicht. Aberglaube und Psychotricks können eben echte Leistung nicht ersetzen.

Um die Podiumsplätze liefen nun ausnahmslos Läufer, die man so weit vorne erwartet hatte. Thorsten Strauss, der bereits 1998 seine Leistungsfähigkeit mit dem 3. Platz bewies, musste sich in der 14. Runde nur um Sekunden Ottmar Förster und Jörg Fiedler geschlagen geben. Werner Weber legte einen fulminanten Spurt hin, dem die drei nichts entgegensetzen konnten. Jubelnd riss er die Arme in die Luft, nachdem er Jörg Fiedler überholt hatte. Doch zu früh gefreut! Er hatte Norbert Kern nicht mehr auf der Rechnung. Die anderen machten ihn schnell darauf aufmerksam, dass der härteste Brocken noch ca. 200 m vor ihm wartete.  

In der Zwischenbilanz konnte Ottmar Förster mit seinem ersten Auftritt beim LahnLaender sehr zufrieden sein. Ebenso war es bis dahin eine starke Leistung von Beisitzer Norbert Kern und 2. Vorsitzenden Jörg Fiedler. Sollten wir die beiden “Sitzer“ nicht umbenennen? Vielleicht in Mitläufer oder noch besser in Kampftrinker ...äh, sorry, ich meinte natürlich Kampfläufer!   

 
 

Die Zuschauer diskutierten in den folgenden Runden heftigst über den verbliebenen Zweikampf. Hatte Werner Weber sein Pulver bereits verschossen? Waren die entspannten, fast seeligen Gesichtszüge von Norbert Kern nur aufgesetzt?

Langsam begann der Vorsprung von Werner Weber in der heißen Nachmittagssonne dahin zu schmelzen. In der 17. Runde, nach 26:23 Minuten war es dann soweit, Norbert Kern übernahm die Führung. Könnte Werner Weber noch einmal dagegen halten? Nein! Zur Enttäuschung der Zuschauer gab am Ende der 18. Runde völlig entkräftet auf. Und dennoch, Werner Weber hatte mit seinem ersten Auftritt mächtig für Furore gesorgt und durch seine Führung von Beginn an auch für die “all time ranking list“ viele Punkte gemacht. Norbert Kern lief die letzte Runde, die nun nur noch Formsache war, locker nach Hause und durfte sich im Ziel über den verdienten Applaus der Zuschauer freuen.  

 

Wir haben ein mit 29:07 min extrem kurzes, aber heftiges Rennen gesehen, welches in dieser Form noch nie da war. Es endete mit dem Sieg des Top-Favoriten Norbert Kern und nur beinahe mit einer Überraschung. So wie wahrscheinlich auch die Fußball-WM, bei der trotz starker Leistungen der unbekannten Mannschaften am Ende wohl doch wieder die alte Garry Linnecker Weißheit zum Tragen kommt: „Ein Fußballspiel dauert 90 min und am Ende gewinnt Deutschland“. Übertragen auf den LahnLaender passt wohl doch eher die Sepp Herberger Weißheit: „ein Spiel dauert 90 min“ oder übersetzt: „es hat noch nie ein Kurz- oder Mittelstreckler gewonnen“.

Wir werden sehen, ob vielleicht Werner Weber oder ein anderer bisher unbekannter Läufer im nächsten Jahr das Gegenteil beweißt, wenn es wieder heißt:   

Es kann nur einen geben!  

Platzierung

Name

Verein Runden Zeit
         
1 Norbert Kern LahnLaender 19 29:07
2

Werner Weber

TV05 Waldgirmes

18 29:07
3 Jörg Fiedler LahnLaender 13 21:11
4 Ottmar Förster LahnLaender 13 21:09
5 Thorsten Strauss TV Burgsolms 13 21:05
6 Eberhard Lepper LahnLaender 12 18:21
7 Michael Willig LahnLaender 8 12:30
8 Franco Fabrizio LahnLaender 8 12:25
9 Karsten Rauber LahnLaender 8 11:57
10 Chris Lepper LahnLaender 8 11:30
11 Manfred Martis Levitec 7 11:18
12 Jörn Pirker TSG Dorlar 7 11.04
13 Andreas Gerhardt LahnLaender 6 9:58
14 Christoph Daniel   6 9:42
15 Christoph Kuhn   6 9:41
16 Peter Döring LahnLaender 6 8:56
17 Erich Koch LahnLaender 5 7:20
18 Michael Plefka   4 6:27
19 Stefan Jung   4 6:27
20 Jürgen Rühl   4 6^:08
21 Erik Scheithauer LahnLaender 3 4:23