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Die LahnLaender Kaerrnche Tour  2001
 
The Great  Kings Chair Lodges Challenge Trail
 
Zur diesjährigen Letztbesteigung des Kings Chair Peak am 28.12.2001

(el) Eines der letzten Abenteuer unserer Zeit ist immer wieder die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Natur, Touren in unwirtlicher, lebensfeindlicher Umgebung, schutzlos den Unbilden des Wetters ausgeliefert - so wie z.B. eine Besteigung des Kings Chair Peak, einem wilden, vulkanischen Bergmassiv in dem südöstlichen Vorgebirge der Redhair Range, den letzten Ausläufern der Gladenbach Highlands gelegen.

In der vielen freien Zeit zum Jahresende bietet sich so eine Tour geradezu an, ist doch auch die Auswahl an möglichen Routen am Kings Chair Massiv aussergewöhnlich und für jeden Schwierigkeitsgrad etwas dabei. Wir entschlossen uns kurzfristig, nachdem am Vorabend heftiger Schneefall die Planungen fast zunichte gemacht hätten, den Aufsteig über den 

Great  Kings Chair Lodges Challenge Trail  (kurz: Great Challenge) zu wagen. Diese Route umfasst eine komplette Umwanderung des Massivs mit der Möglichkeit den Gipfel in 13700 in.  zu erreichen und muß besonders im Winter wohl überlegt sein. 

So trafen wir uns dann am 28.12.2001,  mit dem Ziel der diesjährigen Letztbesteigung des Kings Chair Peak. Ein kurzer Check der Ausrüstung ist besonders wichtig, genügend Nahrungs- und Trinkvorräte, Werkzeuge, Grillkohle... alles war gut auf unserem geländegängigen "Adventure Cart"  (Kärrnche) verstaut. 

Pünktlich um 10:00 Uhr starteten wir direkt in Woodgermice vom Lauters Creek über die leichte Anhöhe der Vineyard Heights. um dann direkt in den Trail einzusteigen. Zuerst durch die wilde Ourspan Schlucht, die uns bereits zu Beginn durch die starke Vereisung schwer zu schaffen machte. Vorher gab`s noch eine kurze Diskussion ob wir nicht doch zuerst über die Vineyard Plaines gehen und den Kings Chair von Süd-Westen her nehmen sollten? 

  Aber dann würde es recht schwierig werden rechtzeitig zu Mittag die Woman Cross Shelter Lodge zu erreichen, also stiegen wir ab in die Ourspan Gap und von dort gleich weiter durch die Black-Water-Swamps, welche aber durch den gefrorenen Boden gefahrlos durchquert werden konnten.  Nicht auszudenken welche Dramen sich hier schon bei schlechter Sicht abgespielt haben. Von Menschen die den Weg durch die Swamps leichtsinnigerweise als Abkürzung vom Attisbrook Forrest Inn nahmen, keiner weiß wieviele dieser Unseligen hier von den Swamps schon verschlungen wurden und heute manchmal Nachts als Methangas Irrlichter umhergeistern. Nach den Swamps marschierten wir geradeaus weiter über einen steilen Erosionshang des Kings Chair Massivs an den Rand des Attisbrook Forrest, um hier eine erste kurze Rast einzulegen und die nötige Kraft für den nächsten Aufstieg auf rund  12000 in.  zu schöpfen. 
  Der trail führte uns nun ohne weitere Umwege in die Höhe, Schnee und stellenweise Vereisung erforderten alles Können unser Trailer Piloten. Auf 12000 in. verzweigt sich dann der trail. Ein Weg führt direkt zum Gipfel des Kings Chair Peak, der Great Challenge  biegt aber hier scharf in Richtung Osten ab und folgt der Flanke des Kings Chair und bleibt dabei  beinahe unverändert auf 12600 in. bis zur Black.Bird-Lodge. 
 
Auf dem trail trafen wir noch weitere Expeditionen, welche zum Teil sehr schlecht ausgerüstet und in schlechter körperlicher Verfassung, dem Himmel sei Dank, bereits in der Black-Bird-Lodge auf halber Höhe die Challenge Tour beendeten. Auch wir legten in der Black-Bird-Lodge wiederum eine kurze Pause ein, machten uns aber zeitig  weiter nach Osten in Richtung des Hog-Shed-Grounds, ließen die dortige Hütte aber aus, da sich dort ein Yeti-Weibchen mit einem zotteligen Hund herumtrieb und wirres Zeug redete und auf der Suche nach einem "Schwarzenbachtal" (!??) war.
 
 
Durch diese  unvorhergesehene Begegnung waren wir gezwungen nicht den direkten Weg weiterzugehen, sondern mussten das Yeti Revier weiträumig umwandern, sodaß wir gerade noch rechtzeitig zum Mittag knapp unterhalb des Gipfels in der Woman-Cross-Shelterlodge biwakieren und unser Basislager aufschlagen konnten.
 
Hier haben wir uns dann ersteinmal die notwendigen Bedingungen zum Überleben in dieser Höhe geschaffen und einen Grill aufgebaut, der uns das Aufwärmen des Körpers, das Trocknen der durchnässten Kleidung und die Zubereitung von Nahrung ermöglichte. Es gab dann gegrillte Würste und Steaks vom Schwein. Den unerhörten Flüssigkeitsverlust in knapp 12600 in. Höhe haben wir stetig durch Licher Elektrolytgetränke, von welchen wir 2 größere Portionen dabei hatten, ausgeglichen. 
 
Nachdem wir uns einigermaßen gestärkt und an die 

dünne Luft akklimatisiert hatten, wagten wir dann doch noch am frühen Nachmittag den Aufstieg der letzten 1100 in.  Höhe zum vergletscherten Gipfel des Kings-Chair-Peak.  Die Bedinungen waren kurzzeitig äusserst gut und wir wählten den Anstieg über den Nord-Ost-Track, 
  Der Nord-Ost-Track  führt direkt durch das noch immer gut erhaltene Star-Fort, dem Basislager der Brunswick Expedition von 1759,  welche damals unter unsäglichen Strapazen die Erstbesteigung des Kings-Chair-Peak schafften. Aufgrund der kurzzeitig guten Bedingungen meisterten wir mit der kompletten 6-er Seilschaft den Gipfel. Das ganze ohne den Einsatz von Sauerstoffgeräten - eine Leistung für sich!!   Oben haben wir diese grandiose Letztbesteigung des Kings-Chair in diesem Jahr mit einem guten Traubenbrand gefeiert, der uns auch die nötige Wärme und Trittsicherheit für den Abstieg auf der gefährlichen Süd-West Route gab. Den Gipfelgeistern brachten wir scheinbar nicht den notwendigen Respekt entgegen.
 
 
Schon auf halber Höhe zum Black-River-Valley tobte dann auch ein heftiger und in dieser Jahreszeit besonders gefürchteter Regen- und Graupelsturm, der uns die letzte Wärme aus den Anoraks trieb. Wir hätten halt doch dem legendären Berg-  und Kegelgeist "Zwulch" auf dem Gipfel des Kings-Chair-Peak ein Opfer bringen sollen. Aber unter dem Einsatz alle Kräfte beim Abstieg hatten wir nochmals Glück und der Zwulch verschonte uns vor Schlimmeren. Nachdem wir dann das Black-River-Valley durchquert, die Swallow-Mill links liegengelassen hatten, stand uns nur noch die Überquerung der Vineyard-Plaines bevor. Der Sturm fegte uns hier noch immer ins Gesicht und dem  Jüngsten in der Runde, Jakob, machten zunehmend die Füsse schlapp, sodaß ich ihn die letzten Kilometer auf den Schultern tragend in die rettende Zivilisation bringen musste.

 

 
Tourdaten

Teilnehmer: Ottmar Förster, Stefan Schiek, Axel Hengst, Karsten Rauber, Jakob Rauber, Eberhard Lepper
Wetter: Nasskalt, etwa 0 ... +2°C, Schneematsch und Eis vom Vortage

Gesamthöhendifferenz: 11811 inch.

Tourlänge: 32800 ft.

Verbrauch: 6 dicke Bratwürste, 6 Schweinesteaks, 2 Fässchen Bier, 1/2 Flasche Traubenbrand, 2 Flaschen Cola, 2 Tafeln Schokolade